When you’re gone

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“One kind kiss before we part,

Drop a tear and bid adieu,

Though we sever, my fond heart,

Till we meet shall pant for you.”

Robert Dodsley

Dieser letzte Kuss, dein Atem, dein Hauch, vor dem Abschied, diese letzte paar Sekunden, unbeschreiblich. Meine Stimme zittert, ich stehe unbeholfen vor dir, die Tränen fliessen, du versuchst sie abzutrocknen doch vergeblich. Jede einzelne Träne bedeutet, ich liebe dich, ich vermisse dich jetzt schon, gehe nicht, sei meine Luft. Der Aufruf zum Boarding, eng umschlinget stehen wir aneinander, du lächelst, mir ist nicht nach Lachen, mir ist es nach dir, nur nach dir. Die Menschen gehen an uns vorbei, ich möchte diesen Moment einfrieren, dich nicht gehen lassen, dir weiterhin zeigen wie sehr ich dich liebe. Glücklich sehen die Menschen aus, doch mir ist nicht nach Glück, mir ist nach dir. Der letzte Aufruf, du musst weg. Abschiede, wie ich Abschiede hasse, du nimmst einen Teil von mir mit dir, was zurückbleibt ist eine elende Leere, die ich mit nichts füllen kann. Ich spüre deinen Atem auf meine Lippen, dein Körper lässt sich los, die Fingerspitzen halten sich noch kurz, dann entbinden sie sich auch.

Du gehst, du verlässt mich alleine in dieser Welt, wo ich mich nun mit der Realität konfrontiere. Du hast mich aus meinem Traum los gezerrt, ich bin nicht bereit aufzuwachen, lass mich träumen. Du bist weg, ich stehe alleine vor dem Fenster, die Menschen starren mich an, die Tränen fliessen unermüdlich, ich kann sie nicht aufhalten. Du rauschst kurz an dem Fenster vorbei, lachst, zeigst mir was Stärke bedeutet und flüsterst im Gehen “Ich liebe dich” und verschwindest in das Flugzeug. Ich warte, ich bin es gewohnt zu warten, wir warten unser Leben lang, auf Momente, Glück, Menschen, Liebe… Das Flugzeug schliesst die Türen, wendet sich und hebt ab. Verankert stehe ich vor der Scheibe, schaue dem Flugzeug zu, die Tränen fliessen pausenlos, ich warte paar Minuten drehe mich um und gehe.

Alleine im Zug, sitze ich hier, die Tränen weiterhin fliessend, wie gerne würde ich dich jetzt im Arm halten, doch du schwebst über die Wolken und ich in meine Gedanken. Noch nie im Leben habe ich mich so leer gefühlt wie jetzt, ich vermisse dich jetzt schon, deine Liebe, deinen Atem, deine Stimme, deinen Geruch, alles. Die Blicke der Menschen durchbohren mich, wenn sie nur wüssten… Mein Telefon klingelt, mein Vater ruft mich an, meine Stille begrüsst ihn, dann folgt das große Schluchzen, die Wärme seiner Stimme versucht mich zu beruhigen: “Es wird alles okay mein Schatz, er kommt wieder.” Einfach gesagt, aber so unglaublich schwer zu glauben. Du bist weit weg und hast mich, mit unendlich vielen Erinnerungen hier gelassen.

In Strasbourg angekommen, stecke ich den Schlüssel in die Tür welche sich öffnet, mich umarmt unser gemeinsamer Geruch meiner Wohnung, der Geruch von Liebe. Mit einem schweren Gefühl im Magen, schalte ich das Licht an, sehe deine Sachen die überall verstreut liegen, greife nach deinem Schal, lege ihn um mich um. Zusammengekrault und noch immer weinend liege ich im Bett, rieche diesen Schal und dann ruft dein Geruch jede einzelne Erinnerung auf. Befreie mich von diesem Schmerz, komm zu mir, sag dass alles in Ordnung wird, flüstere mir dass du mich liebst, umarme mich. Das Handy neben mir, ich warte auf ein Lebenszeichen von dir, nur eine Nachricht, dass du gesund angekommen bist, dass es dir gut geht. Der Schmerz und das Warten überwiegen mich immer wieder, was mir noch bleibt ist die Hoffnung dass dein Name auf dem Bildschirm erleuchtet und ich ein «Ich liebe dich» lese. Die Einsamkeit holt mich ein, einen Moment hielt ich deine Hand und den anderen Moment bist du weit weg.

05:48 «Schatz, bin angekommen. Ich liebe dich», ich atme auf, Gottseidank.

Für E.

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That last kiss, your breath before the goodbye, these last few seconds, I can’t even describe them. My voice is shaking, helplessly I am standing in front of you, teardrops run down my cheeks, you try to dry them but in vain. Every single tear means, I love you, I already miss you, don’t go, be the air I breathe. The boarding call, closely holding each other we are standing together, you smile, but I don’t feel like smiling, I want you and only you. People walk past us, I want to freeze this moment, I don’t want to let you go, I want to continue showing you how much I love you. The people around us look happy, but I don’t want any happiness, I only want you. The last call, you need to leave. Goodbyes, how much I hate goodbyes, you take a part of me with you; what remains behind is a miserable emptiness, that I can’t fill with anything. I can feel your breath on my lips, your body detaches itself from mine, the fingertips still touch for a moment but then they separate themselves.

You go, you leave me alone in this world, where I am confronted with reality. You waked me from my dream, but I am not ready to wake up, let me dream. You go, I am standing all alone in front of the window, people stare at me, tears are flowing relentlessly, I cannot stop them. You rapidly pass by the window, you smile and show me what strength means. Going away you whisper «I love you» and then you disappear into the plane. I am waiting, I am used to it, we wait all our lives, for moments, happiness, people, love… The plane closes its doors, turns around and takes off. Like anchored I am standing behind the window, looking at the plane. Tears flow constantly, I wait few minutes and decide to go.

I am sitting, alone in the train, my tears still flowing. I would love to hold you in my arms now, but you are floating above the clouds and I am drown in my thoughts. I have never felt so empty in my whole life. I already miss you, your breath, your voice, your smell, everything. The eyes of the people pierce me, if they only knew. My phone rings, my father is calling me, my silence greets him, then follow the big sobs, the warmth of my father’s voice is trying to calm myself «It’s okay darling, he will come back.» Simply said, but incredibly hard to believe, you are far away and you’ve left me behind with endless memories.

In Strasbourg, I put the key in the lock and it opens. Our common smell embraces me in my apartment, the smell of love. With a heavy feeling in the stomach, I turn on the light, see your stuff scattered everywhere, grab your scarf and put it all around me. Huddled and still crying, I am in my bed, smell this scarf. Your smell recalls every single memory. Free me from pain, come to me, tell me that everything will be okay, whisper that you love me, hold me in your arms.

The phone is lying beside me and I’m waiting for a sign of life from you, only for a message, telling me that you arrived safely and that you’re okay. The pain and the endless waiting haunt me again and again. What I have left is this hope that your name will light up on my screen showing me an «I love you». Loneliness submerges me: on moment I held your hand, and the next you were far away.

05:48h, «Honey, I arrived. I love you.», I can breathe again, thank God.

To E.

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2 comments so far.

2 responses to “When you’re gone”

  1. Marie says:

    Toller Beitrag! Kann ich sehr gut mitfühlen – ich führe auch eine Fernbeziehung 🙂
    But the distance is only temporary 😉

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